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    Philoclopedia (Freitag, 04 Oktober 2019 02:17)

    Kommentar
    Immer mal wieder wird geschrieben, eine Theorie X würde angewendet. Diese Sprechweise ist heimtückisch, so leicht verdaulich sie einem zunächst erscheint. Man findet sie auch, wenn es darum geht, reine Forschung von Anwendungswissenschaften in ihrem Rechtfertigungsverhältnis zu bestimmen.

    Nehmen wir ein ganz einfaches Beispiel: der Pythagoras. Was davon ist die Theorie? Der Satz selbst? Wohl nicht. Die Theorie ist der Beweis. Wird der Beweis angewendet, wenn ein Ingenieur ihn gebraucht? Nein, er kennt den Beweis oft gar nicht (man kann den Satz gebrauchen, ohne den Beweis zu kennen). Wie kann man etwas anwenden (wollen), wenn man es nicht kennt? Dass es geht, das wissen wir von vornherein.

    Ist es nicht so: Man verwendet ein Produkt. Dieses Produkt gebraucht man aufgrund Treu und Glauben. Man vertraut darauf, "dass es schon seine Richtigkeit haben wird." Eigentlich muss man zwischen Theorie und Theorieprodukt unterscheiden.

    Manchmal vertraut man auch auf etwas, das als Regel oder Gesetz bezeichnet wird. Aber sollte man wirklich Kommutativität bei Zahlenoperationen als eine Rechenregel oder ein -gesetz bezeichnen? Regeln könnte man ja aufstellen, wie einem so beliebt. Die Regel beruht hier meines Erachtens auf einer Invariante: Das Ergebnis wird durch eine Inversion des Zahlenpaars nicht berührt. Deshalb "darf" man das.


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