„In einer Welt, die überflutet wird von belanglosen Informationen, ist Klarheit Macht.“ 

- Yuval Noah Harari

Der Petitio-Einwand gegen das No-Miracle Argument als ein Schluss auf die beste Erklärung

Das Wunderargument als ein Schluss auf die beste Erklärung besagt, dass der wissenschaftliche Realismus eine absolut gute und die relativ beste Erklärung für den empirischen Erfolg der Wissenschaften und deshalb vermutlich wahr ist.

Arthur Fine[1][2] und Larry Laudan[3] haben im Kontext der Debatte um dieses Argument auf einen wichtigen Punkt hingewiesen: Antirealisten bestreiten in der Regel die Verlässlichkeit von Schlüssen auf die beste Erklärung. Das heißt genauer sie bestreiten die Wahrheit der Verlässlichkeitsthese VT:

Verlässlichkeitsthese (VT): Wenn eine Hypothese H eine gute und die beste Erklärung für ein gegebenes Phänomen P ist, dann ist H in hinreichend vielen Fällen bzw. mit einer hinreichend hohen Wahrscheinlichkeit auch wahr.

Fine hat den Punkt insgesamt präziser herausgearbeitet:

“While [the antirealists] appreciate the systematization and coherence brought about by scientific explanation, they question whether acceptable explanations need to be true and, hence, whether the entities mentioned in explanatory principles need to exist. […] one must not beg the question as to the significance of explanatory hypotheses by assuming that they carry truth as well as explanatory efficiacy.“
- Arthur Fine: The Shaky Game. Chicago (1986), S. 153-154, 160f.

Was ist damit gemeint? Sehen wir uns hierzu ein konkretes Beispiel an:

ExplanandumE: Kathodenstrahlen tragen eine negative elektrische Ladung, die sich immer nur um das Ganze Vielfache einer Größe verändert.
ExplanansE
: Elektronen (das heißt unteilbare mikroskopische Systeme mit einer negativen elektrischen Ladung) konstituieren Kathodenstrahlen.

Wenn wir ExplanandumE und ExplanansE in IFS2 einfügen, dann erhalten wie einen SdBE, der typischerweise nicht von Philosophen, sondern von Wissenschaftlern vollzogen wird! Antirealisten gestehen in der Regel zu, dass auf diese Weise wissenschaftliche Theorien entstehen, die empirisch sehr erfolgreich sind. Einige von ihnen teilen mit den Realisten tatsächlich auch die Meinung, dass eine erfolgreiche wissenschaftliche Theorie in vielen Fällen die beste wissenschaftliche Erklärung für ihren Erfolg darstellt. Aber anders als der Realist akzeptiert der Antirealist nicht VT, d.h. dass in diesen Fällen auf die Wahrheit der erfolgreichen Theorie geschlossen werden darf. Die Verlässlichkeitsthese VT ist also auf lokaler Ebene gerade erst Teil der Debatte zwischen Realisten und Antirealisten. Wenn jetzt in genau dieser Debatte das NMA als SdbE rekonstruiert wird um den Realismus (global oder lokal) zu verteidigen, dann ist das gewissermaßen zirkulär. Denn das NMA setzt etwas voraus, die Verlässlichkeitsthese VT, was es erst zu beweisen gilt.

1. Stathis Psillos´ externalistische Verteidigung

Was kann der Realist dem entgegenhalten? Die bekannteste Erwiderung auf den Einwand von Laudan und Fine findet sich zweifelsohne bei Stathis Psillos.[4] Psillos greift hier auf eine vielgebrauchte Unterscheidung von Richard Bevan Braithwaite zurück:[5]

Prämissenzirkularität: Ein Argument ist prämissenzirkulär, gdw. es mindestens eine Prämisse enthält, die man nur dann für glaubhaft halten kann, wenn man bereits von der Schlussfolgerung überzeugt ist.[6]

Regelzirkularität: Ein Argument ist regelzirkulär, gdw. seine Konklusion etwas über die Schlussregel R behauptet oder impliziert, die im Argument verwendet wird, um zur Konklusion zu gelangen. Insbesondere sagt oder impliziert die Konklusion, dass R eine verlässliche Schlussregel ist.

Psillos argumentiert jetzt zunächst, dass das NMA als SdbE auf keinen Fall prämissenzirkulär ist. Das sieht man ganz einfach daran, dass in den Prämissen weder explizit noch implizit eine Annahme über den wissenschaftlichen Realismus o.Ä. getroffen wird.

Psillos argumentiert weiter, dass das NMA wenn überhaupt regelzirkulär ist.[7] Eine solche regelzirkuläre Version ist Psillos´ modifizierte Version von Richard Boyds NMA. Hier zunächst Boyds NMA als ein SdbE:[8][9][10]

ExplanandumB: Die Gesamtmenge M der Methoden (Prinzipien, Verfahren etc.) der Wissenschaften, die sich auf die zum jeweiligen Zeitpunkt akzeptierten Theorien {TiHin} stützen, liefert in verlässlicher Weise neue Theorien {Tineu}, die ihrerseits instrumentell verlässlich sind.

ExplanansB: Die Theorien {TiHin} sind zumindest annähernd wahr.

Boyds NMA besagt, dass erstens die wissenschaftliche Methodologie verlässlich ist, das heißt, dass sie Prinzipien, Regeln und Ähnliches beinhaltet, welche zur Gewinnung und Etablierung von wissenschaftlichen Theorien {Tineu} beitragen, welche wiederum instrumentell verlässlich sind, das heißt annähernd korrekte Prognosen über das Verhalten beobachtbarer Phänomene liefert.[11] Und zweitens, dass die fraglichen Prinzipien und Ähnliches allesamt theorieabhängig sind, das heißt ihre Anwendung in einem konkreten Gegenstandsbereich involviert bereits etablierte Theorien {TiHin} des jeweiligen Gegenstandsbereiches selbst oder anderer Bereiche.[12] Diese beiden Punkte bilden das Explanandum in Boyds NMA. Schließlich wird die Wahrheit der Theorien {TiHin} als die einzige plausible und eine gute Erklärung für dieses Explanandum ausgezeichnet und über ein SdbE auf die Wahrheit der Theorien {TiHin} geschlossen. Um ein eigenes Beispiel zu geben: Es werden experimentelle Daten mithilfe eines Mikroskops gesammelt. Ihre Auswertung hängt entscheidend von Hintergrundtheorien über den erforschten mikroskopischen Bereich, die Natur des Lichts etc. ab und führt erfolgreich zu neuen Theorien, die instrumentell verlässlich sind. Dieser Erfolg wird explanatorisch auf die annähernde Wahrheit der Hintergrundtheorien zurückgeführt: Wenn diese nicht zumindest annähernd wahr wären, käme es einem Wunder gleich, dass sie trotzdem verlässlich zu neuen Theorien führen, die ihrerseits instrumentell erfolgreich sind. Für unsere Zwecke ist nun besonders wichtig, dass Boyd die Verlässlichkeit wissenschaftlicher Methodologie dadurch erklärt, dass unsere Hintergrundtheorien {TiHin} annähernd wahr sind.[13]

In reliabilistischer Terminologie kann man von einem verlässlichen  epistemischen Verfahren TMP reden, dessen Input die Methoden in M und die Theorien {TiHin} und dessen Output die Theorien {Tineu} sind. Boyd erklärt, in einem Satz zusammengefasst, die Verlässlichkeit von TMP durch die Wahrheit der Theorien {TiHin}.

Stathis Psillos schlägt nun vor, das boydsche NMA so zu modifizieren, dass es zu einer Verteidigung der Verlässlichkeitsthese VT taugt.[14] Dafür ergänzt er Boyds NMA um einen kleinen, aber entscheidenden Argumentationsschritt: Die meisten der Theorien {TiHin} wurden ja bekanntlich über SdbE eingeführt. Aus diesem Umstand und daraus, dass das ExplanandumB am besten durch die Wahrheit der Theorien {TiHin} erklärt werden kann, soll nach Psillos auf die Verlässlichkeit von abduktiven Schlussregeln geschlossen werden. Wieder in einem Satz zusammengefasst: Die Theorien {TiHin} beruhen in der Regel auf SdbE und sind gemäß dem boydschen NMA annähernd wahr, das stützt die These VT, dass SdbE häufig zu wahren Konklusionen führen. Speziell gegen Voltaires Einwand kann also eingewendet werden, dass der methodologische Erfolg der Wissenschaften am besten dadurch erklärt werden kann, dass wir eine „erklärungsfreundliche“ Welt bevölkern.

Dieser zusätzliche Schritt macht das Argument nun aber definitiv regelzirkulär. Denn einerseits wird ein SdbE vollzogen, um zu der Annahme zu gelangen, dass die Theorien {TiHin} annähernd wahr sind. Andererseits soll genau diese Annahme aber auch die These von der Verlässlichkeit von SdbE rechtfertigen. Ist das nun ein Problem? Stathis Psillos ist der Auffassung, dass ein Argument nur dann „bösartig“ zirkulär ist, wenn es etwas behauptet oder impliziert, dass unabhängig von ihm gezeigt werden muss.[15] Prämissenzirkuläre Argumente sind in diesem Sinne auf jeden Fall „bösartig“. Ob regelzirkuläre Argumente, wie das gerade skizzierte, bösartig sind, hängt ganz davon ab, welche Epistemologie man vertritt. Wenn man Externalist ist, dann glaubt man, dass die Verwendung einer Schlussregel zuverlässlich ist oder nicht, unabhängig davon, ob das gezeigt werden kann. Ein Internallist hält dem entgegen, dass man zusätzlich Rechtfertigungsgründe für die Verlässlichkeit einer Schlussregel anführen können muss, um diese zuverlässig anwenden zu können. Für einen Internalisten ist Psillos Begründung von VT also „bösartig“ regelzirkulär und für einen Externalisten nicht.[16]

2. Fazit

Der Realist kann sich hier also auf eine externalistische Position zurückziehen, das bietet ihm drei Vorteile, die in der Literatur kaum unterschieden werden:

1. Verlässlichkeitsproblem: Er muss VT nicht begründen können, um SdbE gerechtfertigt vollziehen zu dürfen. Es reicht aus, wenn VT de facto wahr ist.

2. Petitio-Problem: Er kann VT begründen, indem er SdbE verwendet, sofern VT wahr ist - aber dass VT wahr ist, muss er nicht unabhängig von SdbE zeigen.

3. starkes Verfügbarkeitsproblem: Er kann gegen das starke Verfügbarkeitsproblem einwenden, dass die Theorien {TiHin} annähernd wahr sind und über SdbE eingeführt wurden. Das impliziert, dass uns annähernd wahre Erklärungen in der Vergangenheit meistens zur Verfügung gestanden haben müssen. Zudem zeigt uns unsere Erfahrung, dass neue Theorien im Laufe der Zeit zu Hintergrundtheorien werden und wiederum häufig neue, instrumentell verlässliche Theorien hervorbringen. Eine induktive Generalisierung ergibt schließlich: Es ist häufig der Fall, dass uns die besten (wissenschaftlichen) Erklärungen zur Verfügung stehen.

Der letzte Punkt, dass man mit Psillos modifizierten Version von Boyds NMA auch gegen das starke Verfügbarkeitsproblem bzw. gegen das Argument from Indifference anargumentieren kann, erscheint in der hier gewählten Darstellung vielleicht fast schon trivial. Meines Wissens nach hat ihn bisher aber kein anderer Autor herausgearbeitet.

Neben den hier aufgelisteten Stärken der aufgezeigten Verteidigungsstrategie von SdbE sehe ich vor allem drei Probleme. Um das erste zu verstehen, müssen wir zwischen der faktischen Wahrheit von VT und der praktischen Überzeugungskraft von SdbE unterscheiden. Selbst wenn VT de facto wahr ist, ändert das nichts an Fines ursprünglichen Punkt, dass Antirealisten VT nicht akzeptieren und in Folge die gesamte aufgezeigte Argumentationslinie nicht überzeugend finden werden. Das ist insofern ein Problem für den Realisten, als dass er mit seinem „ultimativen Argument“ ja nicht nur die Leute aus dem eigenen Lager bekräftigen, sondern optimalerweise auch Antirealisten überzeugen können möchte. Hier herrscht meiner Einschätzung nach eine Pattsituation: Realisten akzeptieren in der Regel VT und Antirealisten akzeptieren in der Regel VT nicht. In Folge werden Realisten die hier aufgezeigte Verteidigungsstrategie in der Regel auch überzeugend finden und Antirealisten nicht. Diese Pattsituation ist gegenwärtig insofern nicht auflösbar, als dass es derzeit keine schlagenden Argumente für oder wider VT gibt, die unabhängig von vortheoretischen Intuitionen über SdbE alle überzeugen könnten.

Es gibt noch ein zweites Problem mit der aufgezeigten Argumentationslinie. Sobald man nämlich regelzirkuläre Argumente für die Rationalität von Schlussformen zulässt, lassen sich viele Schlussformen rechtfertigen, die klarerweise irrational zu sein scheinen. Eine solche augenscheinlich irrationale Schlussform kann ein "Schluss auf die schlechteste Erklärung" (SdsE) sein. Ein SdsE ist verlässlich, gdw. die schlechteste Erklärung für ein Phänomen in hinreichend vielen Fällen dessen korrekte Erklärung ist. Jetzt können wir Hintergrundtheorien {TiHin2} einführen, die die schlechteste Erklärung für gegebene Explanandumphänomene sind und vermutlich zu instrumentell erfolglosen neuen Theorien führen. Die schlechteste (oder zumindest eine sehr schlechte) Erklärung für dieses Phänomen ist die Wahrheit der Theorien {TiHin2}.

Wenn man regelzirkuläre Argumente zulässt, dann kann man weiter argumentieren, dass da die {TiHin2} wahr sind und über SdsE eingeführt wurden, unser Vertrauen in die Verlässlichkeit von SdsE bestärkt ist. Das entspricht der zuvor aufgezeigten Argumentationslinie für die Verlässlichkeit von SdbE. Der externalistisch eingestellte Realist kann zwar immer noch glauben, hoffen und sogar dafür argumentieren, dass SdbE de facto verlässlich sind und SdsE ncicht. aber dass macht keinen epistemischen Unterschied mehr. Denn ob die Verwendung einer Schlussregel verlässlich ist oder nicht, hängt laut dem Externalismus nicht von internen Zuständen, sondern allein davon ab, ob die Schlussregel tatsächlich zuverlässig ist oder nicht.

Das dritte Problem der externalistischen Verteidigung ist wahrscheinlich das am meisten diskutierteste. Kyle Stanford hat darauf hingewiesen, dass wir in der Vergangenheit häufig bessere und aus heutiger Sicht wahrheitsnähere Erklärungen für Eplanandumphänomene nicht berücksichtigt haben.[17] Zum Beispiel berücksichtigte Isaac Newton nicht die Relativitätstheorie, als er seine eigene Erklärung der himmlischen und terrestrischen Bewegungen entwickelte. Und Augustin Jean Fresnel berücksichtigte nicht die Quantenelektrodynamik, als er eine große Klasse von optischen Phänomenen erklären wollte. Die newtonsche Mechanik und Fresnels Wellentheorie des Lichts waren damals auch Hintergrundtheorien von Experimenten, die zu erfolgreichen neuen Theorien geführt haben. Folglich scheinen Hintergrundtheorien auch dann zu erfolgreichen neuen Theorien führen zu können, wenn sie nicht wahr sind. Kurz zusammengefasst bedeutet das, dass es nicht rational zu sein scheint, die Konklusion in Boyds NMA für wahr zu halten, wenn die Prämissen wahr sind. Nun kann der Realist diesem Problem entgegnen, indem er seine Position abschwächt und nur noch einen selektiven Realismus vertritt. Das kann heißen, er behauptet nicht mehr die Wahrheit von erfolgreichen Theorien als Ganzes, sondern nur noch die Wahrheit von wissenschaftlichen Sätzen über Dinge, die einer ganz bestimmten metaphysischen Kategorie angehören. Die drei wohl bekanntesten klassischen Formen des selektiven Realismus sind:

Deployment-Realismus: Die Sätze über die "working posits" einer erfolgreichen Theorie sind wahr, d.h. über die Teile, die für den Erfolg von T verantwortlich sind.

epistemischer Strukturenrealismus: Die mathematischen Sätze (der strukturelle Gehalt) einer erfolgreichen Theorie sind wahr.

Entitätenrealismus: Die theoretischen Entitäten, die sich in Experimenten gezielt und routinemäßig kausal manipulieren lassen, sind real.

Der Entitätenrealismus kehrt dem "klassischen" Theorienrealismus ganz den Rücken zu. Bemerkenswert ist überdies, dass der Entitäten- und Strukturenrealismus gewissermaßen in entgegengesetzte Richtungen ziehen: Ersterer sagt aus, dass wir Vertrauen in die Existenz von Elektronen haben können, aber skeptisch gegenüber Theorien über diese sein sollten. Der Strukturenrealismus besagt hingegen, dass wir Vertrauen in den strukturellen Gehalt dieser Theorien haben können, aber skeptisch gegenüber der ontologischen Existenz von Elektronen sein sollten. Trotz aller Unterschiede gibt es Versuche, Entitätenrealismus und Strukturenrealismus miteinander zu vereinen (siehe unter anderem[18][19]). Und trotz aller Unterschiede verfolgen alle Formen des selektiven Realismus dieselbe "Divide-et-Impera"-Strategie: Sie behaupten nur die Wahrheit von den wissenschaftlichen Sätzen, von denen angenommen wird, dass sie auch nach radikalen Theorienwandel in erfolgreichen wissenschaftlichen Theorien erhalten geblieben sind und erhalten bleiben werden.

Gegeben also die Wissenschaftshistorie zeigt tatsächlich, dass die Inferenz von dem empirischen Erfolg einer Theorie auf ihre vollumfängliche Wahrheit nicht verlässlich ist (für eine Kritik an dieser Annahme siehe aber[20]). Dann ist das NMA, wie es auf Seite 1 dieser Arbeit dargestellt wurde, kein gutes Argument. Denn dann ist es nicht rational, von der Wahrheit der Prämissen dieses Argumentes auf die Wahrheit seiner Konklusion zu schließen. Das NMA lässt sich aber wohlmöglich dadurch retten, indem im Explanans nur noch auf die Wahrheit eines selektiven Realismus geschlossen wird. Ob die "Divide-et-Impera"-Strategie aber tatsächlich erfolgreich sein kann und welche Form von selektivem Realismus dabei angebracht ist, ist ein Gengenstand anhaltender Debatten, deren Ende derzeit noch nicht absehbar ist.[21]

Fußnoten

[1] Fine (1984), S. 85 - 86.

[2] Fine (1986), S. 153-154, 160f.

[3] Laudan (1981), S. 45.

[4] Psillos (1999), S. 75 – 87.

[5] Braithwaite (1953), S. 274 – 278.

[6] Prämissenzirkularität wird oft anders definiert als von mir, nämlich so Def1: Ein Argument ist zirkulär, gdw. es mindestens eine Prämisse enthält, die die Schlussfolgerung voraussetzt. Wenn diese Definition korrekt wäre, dann wäre Descartes` berühmtes "Cogito-Argument" zirkulär. Denn dass ich denke, setzt voraus, dass ich existiere (sonst würde das Argument nicht funktionieren!). Descartes Argument ist aber durchaus überzeugend und informativ und da "Prämissenzirkulärität" eine schlechte Eigenschaft von Argumenten anzeigen soll, ist Def1 offenbar unzufriedenstellend.

[7] Psillos (1999), S. 80.

[8] Boyd (1980), S. 617f.

[9] Boyd (1991), S. 207.

[10] Tschepke (2003), S. 189 - 192 und 210 - 211.

[11] Boyd (1980), S. 616.

[12] Boyd (1985), S. 7 - 8.

[13] Boyd (1991), S. 207.

[14] Psillos (1999), S. 79ff.

[15] ebd., S. 79.

[16] Psillos (1999), S. 79 – 87.

[17] Stanford (2006).

[18] Chakravartty (1998)

[19] Chakravartty (2010)

[20] Psillos (1999), S. 95 – 139.

[21] In jüngster Zeit haben einige Autoren dafür argumentiert, dass sogar ein selektiver Realismus in Bezug auf alle erfolgreichen Theorien immer noch zu weit gefasst ist. Wissenschaft, so behaupten sie, ist kein einheitliches Unternehmen, sondern äußerst inhomogen. Es gibt große Unterschiede in verschiedenen Teilen der Wissenschaft in Bezug auf ihre jeweiligen Methoden, Erklärungen, Argumentationen und vieles mehr. Deshalb sollte man sich diese Teile separat anschauen und prüfen, was für oder gegen eine realistische Haltung in Bezug auf diese Teile spricht (siehe zum Beispiel Magnus and Callender (2004), S. 335; Saatsi (2009); Saatsi (2017); Fitzpatrick (2013); Asay (2017)).

Literaturverzeichnis

Asay, Jamin (2019). Going local: a defense of methodological localism about scientific realism. Synthese 196 (2), S. 587 – 609.

Braithwaite, Richard Bevan (1953). Scientific Explanation. Cambridge: Cambridge University Press.

Boyd, Richard (1980). Scientific Realism and Naturalistic Epistemology. PSA: Proceedings of the Biennial Meeting of the Philosophy of Science Association, S. 613 - 662.

Boyd, Richard (1985). Lex Orandi est Lex Credendi. In: Paul M Churchland, Clifford A. Hooker (Hrsg.), Images of Science: Essays on Realism and Empiricism with Replies from Bas C. Van Frassen, Chicago: University of Chicago Press, S. 3 – 34.

Boyd, Richard (1991). On the Current Status of the Issue of Scientific Realism. In: Richard Boyd, Philip Gasper; J.D. Trout (Hrsg.), The Philosophy of Science, Cambridge: MIT Press, S. 195 – 221.

Chakravartty, Anjan (1998). Semirealism. Studies in History and Philosophy of Science Part A, 29 (3), S. 391 - 408.

Chakravartty, Anjan (2010). A Metaphysics for Scientific Realism: Knowing the Unobservable. Cambridge: Cambridge University Press.

Fine, Arthur (1984). The Natural Ontological Attitude. In: Jarrett Leplin (Hrsg.), Scientific Realism, Berkeley: University of California Press, S. 83 – 107.

Fine, Arthur (1986). Unnatural Attitudes: Realist and Instrumentalist Attachments to Science. Mind, 95 (378), S. 149 - 179.

Laudan, Larry (1981). A Confutation of Convergent Realism. Philosophy of Science 48 (1), S. 19 - 49.

Magnus, P.D., & Callender, Craig (2004). Realist Ennui and the Base Rate Fallacy*. Philosophy of Science 71 (3), S. 320 - 338.

Psillos, Stathis (1999). Scientific Realism: How Science Tracks Truth. London: Routledge/Taylor & Francis.

Saatsi, Juha (2009). Form vs. Content-driven Arguments for Realism. In: In P. D. Magnus & Jacob Busch (Hrsg.), New Waves in Philosophy of Science. Basingstoke: Palgrave-Macmillan.

Saatsi, Juha (2017). Replacing recipe Realism. Synthese 194 (9), S. 3233 – 3244.

Stanford, Kyle P. (2006). Exceeding our grasp: Science, history, and the problem of unconceived alternatives. Oxford: Oxford University Press.

Tschepke, Frank (2003). Wissenschaftlicher Realismus. https://ediss.uni-goettingen.de/bitstream/handle/11858/00-1735-0000-0006-AFB0-3/tschepke.pdf?sequence=1 Abgerufen am 08. Juli 2020.

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