„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

David Hume

David Hume (*7. Mai 1711 in Chirnside Berwickshire; † 25. August 1776 in  Edinburgh) war ein schottischer Philosoph, Ökonom und Historiker. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des erkenntnistheoretischen Empirismus und  Skeptizismus sowie der englischen Aufklärung. Sein metaphysikfreies  Philosophieren hatte großen Einfluss auf Immanuel Kant und später auf den (logischenPositivismusKarl Popper und die analytische Philosophie.

David Hume
David Hume

David Hume wurde am 7. Mai 1711 in Chirnside geboren und auf den Namen "David Home" getauft.[1] Er war das dritte Kind von Catharine Falconer und des als Anwalt tätigen verarmten Adeligen Joseph Home of Ninewells.

Nach seinem Tod 1713 hinterließ sein Vater die Ländereien der Familie, das Gut Ninewells, und den Titel eines Lord Halkerton dem älteren Bruder. Hume stand als jüngerer Sohn nur ein kleines Erbteil zu, weshalb er über wenig Geld verfügte.

Als Zwölfjähriger schrieb Hume sich an der Universität Edinburgh ein. Er lernte dort Latein, Griechisch, Logik und Metaphysik. Auf Druck der Mutter und seines Onkels George begann er 1726 in Edinburgh das Studium der Jurisprudenz. 1729 brach er das Studium ab, da er "eine unüberwindliche Abneigung gegen alles außer gegen Philosophie und allgemeine Gelehrsamkeit" verspürte.[2]

Daraufhin kehrte Hume zu seiner Familie nach Ninewells zurück, wo er sich zu philosophischen Studien zurückzog. Diese bestanden im Lesen, sowie im Beobachten menschlichen Denkens und Handelns, sein eigenes eingeschlossen.

Dabei traten "neben einem Zustand der inneren Unzufriedenheit […] körperliche Beschwerden auf, erst Skorbut, dann Speichelfluss". Hume musste seine Lebensweise ändern. Er gab die ausschließliche Einsamkeit seiner Studierstube auf, verbrachte mehr Zeit unter Freunden und ritt täglich aus. Sein Zustand verbesserte sich, aus der Zeit blieb ein lebenslang starkes Übergewicht zurück.[3]

Ab 1734 arbeitete Hume ein halbes Jahr als Schreibgehilfe für einen Kaufmann in Bristol. Während dieser Tätigkeit änderte er die Schreibweise seines Nachnamens von 'Home' nach Hume, um sie der englischen Aussprache anzupassen. Sein Arbeitsumfeld verspotteten Hume wegen seiner Nationalität und Aussprache. Auch deshalb gab er diese Tätigkeit im Kontor bald auf.

Von 1734 an hielt Hume sich in Paris und in Reims auf. Der französische Lebensstil gefiel ihm. Im Sommer 1735 übersiedelte er nach La Flèche bei Le Mans an der Loire. Im Jesuitenkloster des Dorfes war René Descartes zur Schule gegangen. Hume arbeitete in einer privaten Wohnung in La Flèche zwei Jahre lang an der Fertigstellung seines Erstlingwerks "A Treatise of Human Nature".

Das Werk erfuhr zunächst keine große Resonanz. Und es verschaffte ihm einen schlechten Ruf als "Atheist", "Materialist" und "Amoralist". Das war wohl ein Grund, wieso seine Bewerbung auf einen Ethiklehrstuhl in Edingburgh scheiterte. 

Nach dem Tod seiner Mutter musste er das Leben als Privatgelehrte aufgeben. Er arbeitete als Tutor eines englischen Adligen, als Sekretär eines Generals, dann als Adjutant auf einer militärisch-diplomatischen Mission nach Wien und Turin. Diese Arbeiten verschafften ihm nach eigenen Angaben[4] ein Vermögen von rund 1000 Pfund Sterling, das seine finanzielle Unabhängigkeit bis auf Weiteres sicherte.

Hume überarbeitete nochmal sein Erstlingswerk, um es in Teilen neu zu veröffentlichen. Er war überzeugt, dass "der Mißerfolg […] mehr von seiner Form als seinem Inhalt herrührte".[5] Der erste Teil erschien 1748 unter dem Titel "Philosophical Essays Concerning Human Understanding"; später dann als "An Enquiry Concerning Human Understanding". Der zweite Teil erschien 1751 unter dem Titel "An Enquiry Concerning the Principles of Morals".

Zwischendurch veröffentliche Hume auch noch kleinere Schriften. So bereits 1741 und 1742 der "Essays Moral and Political". Und 1752 seinen "Political discourses". Danach bewarb er sich noch einmal Lehrstuhl, dieses Mal für Logik in Glasgow, womit er 1752 jedoch erneut scheiterte. Hume wurde Bibliothekar des Juristenkollegiums in Edinburgh und arbeitete an einer unparteiischen Geschichte Englands. Er arbeitete sich durch die Bücher der Bibliothek und veröffentlichte 1754 den ersten Band "History of Great Britain".

Nach anfänglichem Widerstand wurde dieses Werk zu Humes vorzeitig größtem Erfolg. Es wurde in mehrere Sprachen übersetzt und machte ihm zu einem reichen Mann. Hume wurde bis weit ins 19. Jahrhundert als der Historiker der englischen Geschichte gefeiert. 1757 veröffentlichte Hume "The Natural History of Religion". Die Schrift wurde vom Vatikan 1761 auf den Index Librorum Prohibitorum gesetzt, bis dahin hatten sich seine Schriften aber so oft verkauft, dass er gut davon leben konnte. 1769 verdiente er jährlich 1000 Sterling!

1763 reiste Hume mit Marquess of Hertford, dem neuernannten britischen Botschafter in Frankreich, als sein Privatsekretär nach Paris. 1765 wurde Hume zum Botschaftssekretär ernannt und ab Somme desselben Jahres alleiniger Geschäftsträger der Pariser Botschaft. Nach vier Monaten traf aber der Herzog von Richmond ein und Hume musste das Amt abgeben. Während seiner Zeit in Paris war er häufig zu Gast bei Paul Henri Thiry d’Holbach.

Hume kehrte 1766 nach London zurück, wohin er den mit Haftbefehl gesuchten Jean-Jacques Rousseau eingeladen hatte, um ihm dort Asyl zu verschaffen. Rousseau floh nach wenigen Monaten aber aus Misstrauen gegenüber Hume, trug den Streit mit diesem publizistisch aus und kehrte etwas nach Frankreich zurück.

Der Bruder des Grafen Hertford forderte Hume 1767 auf, Unterstaatssekretär im Northern Department des britischen Außenministeriums zu werden. Dieser Aufgabe ging er bis ins Folgejahr nach. Nach Edinburgh kehrte er 1769 zurück, um seinen Lebensabend im heimatlichen Schottland zu verbringen. Am 25. August 1776 verstarb David Hume in seinem Haus in der St. David’s Street in Edinburgh, nachdem er durch eine "chronische Diarrhöe von mehr als einem Jahr Dauer" zunehmend schwächer geworden war. Er wurde bald darauf auf dem Old Calton Cemetery in Edinburgh begraben.

Posthum erschienen die Schriften "Two Essays: Of Suicide und Of the Immortality of the Soul" und die "Dialogues Concerning Natural Religion".  Bei der letzten Schrift hatten seine Freunde Hume davon abgeraten, sie zu Lebzeiten zu veröffentlichen, da sie einen möglichen Skandal befürchteten. Dabei ist bis heute ungeklärt, welche der Personen Humes eigenen Standpunkt vertritt.

Einzelnachweise

[1] Gerhard Streminger: David Hume. Der Philosoph und sein Zeitalter. Ein Biographie. (2011), S. 54.

[2] David Hume: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand. S. LI f.

[3] Gerhard Streminger: Hume mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten (1986), S. 17–24.

[4] Jens Kulenkampff: David Hume (1989), S. 18.

[5] David Hume: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand, S. LIV

Siehe auch


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