„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Beobachtung (Wissenschaftsphilosophie)

Die Beobachtung erfährt eine zentrale Aufmerksamkeit in der modernen wissenschaftstheoretischen Debatte.

Im Wiener Kreis ging man bereits in den 1930ern davon aus, dass sich für alle empirischen Wissenschaften empirische Sätze ("Protokollsätze") und (von Axiomen abgeleitete) Theoriesätze trennen lassen. Protokollsätze halten demnach Beobachtungen fest, theoretische Sätze erlauben dann Fragestellungen an die Befunde und werden eventuell von diesen widerlegt.

Der Positivismus akzeptiert nur durch die Beobachtung gegebene naturwissenschaftliche Befunde. Dazu müssen die Untersuchungsbedingungen exakt definiert werden. Nur diejenigen Begriffe, die eine Entsprechung in unterschiedlichen möglichen Beobachtungen haben, seien wörtlich zu nehmen; alle übrigen bedeutungslos. Soweit Theorien auf Beobachtungen reduzierbar sind, könnten sie wörtlich genommen werden und sind wahrheitsfähig.

Stand: 2018

Kommentare: 1
  • #1

    WissensWert (Mittwoch, 21 Februar 2018 22:38)

    http://www.spektrum.de/rezension/buchkritik-zu-das-universum-und-ich/1512861


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